– Einschätzung und Empfehlung für mittelständische Unternehmen
Thomas Weihrich
12. Oktober 2026
Zusammenfassung
In meinem ersten Bericht habe ich dargelegt, warum mittelständische Unternehmen KI aktiv und kontrolliert einführen sollten – trotz (oder gerade wegen) der Weltuntergangsrhetorik der grossen Anbieter. Ein Aspekt blieb dabei bewusst offen: die ethische Dimension. Sie steht nun im Zentrum der SRF-Sendung «Perspektiven» mit dem Luzerner Ethiker Peter G. Kirchschläger, der die UNO, die OSZE und inzwischen auch den Papst berät. Seine Botschaft ist klar: KI ist nicht neutral. Vom Rohstoffabbau über das Training bis zur Nutzung ziehen sich Menschenrechtsverletzungen, Datenschutz- und Urheberrechtsverletzungen sowie massive Umweltbelastungen. Kirchschläger fordert deshalb globale Regulierung und Durchsetzung – und ruft jeden Einzelnen zur Gestaltungsverantwortung auf.
Meine Schlussfolgerung für KMU: Ethik und Produktivität sind kein Widerspruch, sondern zwei Seiten derselben Medaille. Wer KI einführt, trifft ethische Entscheidungen – bei der Wahl der Modelle, der Daten und der Prozesse. Genau hier setzt Weihrich KI an: Eine Multi-Plattform mit nahezu 75 Sprachmodellen und 40 Tools gibt Unternehmen die Wahl – und damit die Möglichkeit, ethische Grundsätze aktiv umzusetzen, statt sie einem einzelnen Anbieter zu überlassen.
Ausgangslage: Die Sendung
Am 6. September 2026 strahlte SRF «Perspektiven» ein Gespräch von Judith Wipfler mit Peter G. Kirchschläger aus (ca. 30 Minuten, hier nachhörbar). Kirchschläger ist Professor für Theologische Ethik an der Universität Luzern, Präsident der Eidgenössischen Ethikkommission EKAH, berät UNO, UNESCO, EU und OSZE – und wurde im August 2026 von Papst Leo XIV. zum Konsultor ernannt. Seine Forschung floss in die Enzyklika «Magnifica Humanitas» ein, deren KI-Kernforderung lautet, «dass KI entwaffnet werden muss, damit sie dem Menschen dient und nicht zu einem Werkzeug der Beherrschung wird».
Die Kernaussagen der Sendung
- Menschenrechtsverletzungen entlang der gesamten Kette. Kirchschläger zeichnet den Lebenszyklus der KI nach: Bereits bei der Rohstoffschürfung würden Kinderrechte verletzt und sklavereiähnliche Arbeitsbedingungen herrschen; in den Produktionsländern kämen Kinderarbeit und massive Umweltzerstörung hinzu; bei der Nutzung schliesslich stiessen sie auf enormen Energie- und Wasserverbrauch sowie auf Verletzungen von Datenschutz, Privatsphäre und Urheberrecht. «Für die Interessen von ein paar wenigen multinationalen Technologiekonzernen», so Kirchschläger, «wird eigentlich der Rest der Menschheit und der Planet Erde ausgebeutet» – nicht in der Zukunft, sondern heute.
- Selbstverpflichtung genügt nicht. Die Erfahrung der letzten zwei bis drei Jahrzehnte zeige, dass freiwillige Zusagen der Konzerne kein Vertrauen geschaffen hätten. Es brauche menschenrechtsbasierte Regulierung auf globaler Ebene – am besten über eine «Internationale Agentur für datenbasierte Systeme» (IDA) bei der UNO. Sein historisches Vorbild: die internationale Atomenergiebehörde, entstanden im Kalten Krieg. «Wenn wir nur eine Regulierung machen und diese nicht durchsetzen, dann sei das das Papier nicht wert, auf dem diese Regulierung steht.»
- Modelle sind nicht neutral. Kirchschläger warnt, Objektivität, Fairness und Neutralität in generative KI «hineinzudenken»: Trainingsdaten und Algorithmen trügen Verzerrungen (Biases) in sich. Sein Bild von der «wiederkäuenden Kuh» bringt es auf den Punkt: Wahrhaftigkeit sei für diese Systeme schlicht kein Kriterium – «es ist zum Beispiel ChatGPT nicht einmal egal, ob das, was es ausspuckt, stimmt oder nicht». Wer ein System kontrolliere, habe «eine unglaubliche Machtfülle darüber zu entscheiden, was Nutzerinnen und Nutzer als Antworten bekommen». Er nennt das Beispiel Grok (Elon Musk), das auf eine heikle historische Frage anders antwortet als andere Modelle – je nach Interessenlage des Betreibers.
- Ethics-Washing statt Ethik. Die Branche inszeniere sich als «gute KI-Firma», betreibe aber dasselbe Geschäft wie alle: Beim Training würden systematisch Urheberrechte verletzt – Inhalte von Medien, Verlagshäusern und Forschungsinstitutionen würden «geklaut», was Kunstschaffenden und Wissenschaftlern die existenzielle Grundlage entziehe.
- Chancen ernst nehmen – Risiken beherrschen. Kirchschläger ist kein Verweigerer: KI könne «Berge versetzen» in Forschung, Medizin und Mathematik. Entscheidend sei: «Die ethischen Risiken sind nicht der Preis, den wir dafür zahlen müssen, dass wir ethische Chancen geniessen können.» Datenschutzverletzung sei kein Naturgesetz – es gebe auch KI-Tools ohne Verletzung von Privatsphäre. Zudem warnt er vor der Degeneration kognitiver Fähigkeiten durch bequeme Alltagsnutzung und vor Überwachung, die unser Verhalten und Denken normiere. Sein Rat für die Zukunftsfähigkeit von Menschen: zwischenmenschliche Interaktion, kritisches Denken, Kreativität und Moralfähigkeit – Fähigkeiten, die Maschinen grundlegend unterscheiden.
Meine Einschätzung: Ethik ist Gestaltung, nicht Verzicht
Kirchschlägers persönliche Einladung lautet, die Systeme «so wenig wie möglich» zu nutzen und selbst zu denken. Für den Einzelnen ist das ein legitimer Weg. Für ein Unternehmen ist er es nicht: Vier von fünf Menschen in der Schweiz nutzen KI bereits für Sachfragen, und wer im Arbeitsalltag nicht teilhat, fällt zurück. Die Realität in den meisten KMU heisst Schatten-KI – Mitarbeitende nutzen Consumer-Tools längst, am Radar der Verantwortlichen vorbei, mit unkontrolliertem Datenabfluss.
Genau hier liegt der Hebel, den Kirchschläger selbst nennt, wenn er von Gestaltungsverantwortung spricht: «Sogenannte KI fällt nicht einfach vom Himmel, sondern wir Menschen sollten darüber entscheiden, welche KI wir entwickeln, welche wir nicht entwickeln, ob wir sie einsetzen und wie wir sie einsetzen.» Diese Entscheidung fällt nicht nur in Genf oder beim Papst – sie fällt in jedem Unternehmen, jeden Tag. Ethik beginnt nicht bei der globalen Regulierung, sondern bei der Frage: Welches Modell wofür, mit welchen Daten, unter welchen Regeln?
Empfehlung für mittelständische Unternehmen
Die Antwort lautet deshalb nicht Verzicht, sondern die kontrollierte Einführung einer KI-Plattform, die Wahlmöglichkeiten bietet. Weihrich KI (basierend auf Hatz AI) vereint nahezu 75 Sprachmodelle und 40 Tools in einer einzigen, zentral gemanagten Plattform – und macht damit Ethik zur aktiven Entscheidung:
- Wahl der Modelle als ethisches Instrument: Wer nicht auf einen einzigen Anbieter angewiesen ist, kann Modelle nach Kriterien auswählen – Qualität, Datenschutz, Transparenz und die Praxis des Betreibers – und bei Bedarf wechseln. Der Auto Model Selector wählt pro Anfrage das passende Modell; die Grundeinstellungen treffen Sie als Unternehmen selbst. Wer nur einen Anbieter nutzt, überlässt die ethischen Fragen dessen Geschäftsmodell.
- Datenschutz by design: Ihre Unternehmensdaten werden nicht für das Training der Modelle verwendet – der zentrale Unterschied zu vielen frei verfügbaren Tools und die direkte Antwort auf die von Kirchschläger kritisierten Menschenrechtsverletzungen bei Datenschutz und Privatsphäre.
- Klare Regeln statt Schatten-KI: Zentrale Richtlinien, Rollen und Zugriffskontrolle, Protokollierung und Human in the Loop für kritische Prozesse. Wir decken die bestehende Schatten-KI in Ihrem Unternehmen auf und ersetzen sie durch eine geregelte Alternative – Innovation ohne Datenabfluss.
- Kritisches Denken trainieren statt verkümmern lassen: Die integrierten Lernmodule und Schulungen befähigen Ihre Mitarbeitenden, KI-Antworten zu prüfen statt sie unhinterfragt zu übernehmen – genau die Kompetenz, die Kirchschläger als künftige Schlüsselfähigkeit nennt.
- Stufenweise Einführung mit Governance: Pilotanwendungen mit messbarem Nutzen, definierte Freigaben, regelmässige Reviews – im Einklang mit den Leitlinien des EU AI Office und der OECD für KMU.
Fazit
Peter G. Kirchschläger zeigt eindrücklich, dass KI nicht neutral ist – und dass die Weichen nicht in Kalifornien allein gestellt werden, sondern von allen, die KI einsetzen. Für mittelständische Unternehmen folgt daraus: Ethik ist kein Bremsklotz, sondern ein Gestaltungsmerkmal professioneller KI-Einführung. Wer die Wahl zwischen Modellen und Anbietern hat, wer den Datenfluss kontrolliert und wer seine Leute schult, nutzt die Produktivitätsgewinne der KI – ohne die Menschenrechts- und Datenschutzrisiken unkritisch mitzukaufen. Genau das leisten wir mit Weihrich KI: Produktivität und Menschenwürde sind kein Widerspruch.
Quellen
- SRF Perspektiven: «Peter G. Kirchschläger kämpft für Menschenrechte im KI-Zeitalter» (06.09.2026): srf.ch/audio/perspektiven/peter-g-kirchschlaeger-kaempft-fuer-menschenrechte-im-ki-zeitalter?id=AUDI20260905_NR_0010
- Mein erster Bericht: «KI-Weltuntergangswarnungen der grossen Anbieter» (21.09.2026): weihrich.ch/ki-weltuntergangswarnungen-der-grossen-anbieter/
- Herstellerseite: The Secure AI Platform for SMBs & MSPs – Hatz AI: hatz.ai
- Partnerseite: Weihrich KI – Weihrich Informatik: weihrich.ch/weihrich-ki/
- Übersicht der integrierten Modelle und Tools: weihrich.ch/unsere-integrierten-llms



